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In Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität
Marburg, Fachbereich Biologie, Abteilung Prof. Dr. B. Ziegenhagen
wurde eine Bachelor-Arbeit durchgeführt, welche zum Ziel hatte,
mit Hilfe moderner Methoden der Molekulargenetik, Sorten eindeutig zu
identifizieren. Der wissenschaftliche Titel der, von Frau Eva Mosch
(B.Sc. of Biology) angefertigten Arbeit, lautet: Genetische
Fingerabdrücke von alten Apfelsorten in der Nordeifel für
Identifizierungs- und Erhaltungsmaßnahmen.
Ähnlich wie das BKA verwendet Frau Mosch genetische Fingerabdrücke.
Da heute die alten Apfelsorten nicht mehr alle
eindeutig identifiziert werden können oder die Namen nicht mehr
bekannt sind, wurde der Bedarf an genetischen Finderabdrücken
deutlich. In der vorliegenden Arbeit wurden dafür 21 Apfelbäume
von drei unterschiedlichen Wiesen der Nord-Eifel beprobt und
genetisch untersucht. Mit Hilfe der erstellten Fingerabdrücke
war es dann möglich, Irrtümer in der Benennung aufzudecken
und Verwandtschaftsverhältnisse zu erstellen. Die Methode
basiert auf der Analyse des Erbgutes (DNA), wobei für die
vorliegende Arbeit fünf verschiedene Orte im Erbgut untersucht
wurden. Diese zeichnen sich durch eine besonders hohe Variabilität
aus. Die Kombination dieser Variation ergibt für Individuum eine
unverwechselbare genetische Information (Fingerabdruck). Mit fünf
dieser Orte sind wir auf der sicheren Seite, denn schon beim
verwenden von drei dieser Marker können wir unter einer Million
Individuen lediglich zwei nicht voneinander unterscheiden. Die
Erstellung eines Fingerabdrucks findet heute auch sehr große
Verwendung bei Vaterschaftsanalysen und kriminalistischen
Untersuchungen, wobei in diesem Fall das Erbgut des Menschen
untersucht wird.
In dieser Arbeit konnten bei den Untersuchungen
der 21 Bäume zwei Fehlbenennungen festgestellt werden. Der
untersuchte Baum, benannt als Peter Broich, wies einen identischen
Fingerabdruck mit dem untersuchten Boskoop auf. Für Boskoop lag
bereits eine Referenz zu Grunde lag, wodurch eindeutig gesagt werden
konnte, dass der Peter Broich eigentlich ein Boskoop ist.
Als zweites überraschendes Ergebnis stellten
wir fest, dass die beiden Bäume, benannt als Ernst Bosch
(unterschiedliche Wiesen), nicht in ihrem Fingerabdruck
übereinstimmen und somit einer der beiden Bäume nicht zu
der Sorte Ernst Bosch gehört. Da leider bis jetzt aber noch
keine Referenz für einen Ernst Bosch vorliegt, kann noch nicht
gesagt werden, welcher dieser beiden Bäume tatsächlich der
Ernst Bosch ist.
Diese Untersuchungen der 21 Bäume zeigen uns
also deutlich, dass tatsächlich Bedarf für weitere Analysen
besteht, um Irrtümer und Synonyme aufzudecken und um es auch in
Zukunft möglich zu machen, die Bäume korrekt zu benennen.

Diese
Abbildung stellt die Bäume, benannt als Peter Broich (schwarz)
und Boskoop (rot) dar. Die x-Achse gibt die
Fragmentgröße in DNA-Basenpaaren und die y-Achse die
Fluoreszenzintensität an. Hierbei lässt sich gut erkennen,
dass die beiden Bäume in ihrem Fingerabdruck übereinstimmen.

Dargestellt
sind die beiden Bäume, benannt als Ernst Bosch, wobei der Ernst
Bosch der Streuobstwiese Glehner Mühlenberg schwarz und der
Ernst Bosch von Voissels Wiese mit rot gekennzeichnet ist. Die
x-Achse gibt die Fragmentgröße in DNA-Basenpaaren und die
y-Achse die Fluoreszenzintensität an. Diese Abbildung zeigt die
unterschiedlichen Fingerabdrücke der beiden Bäume.

Voissels Wiese: Beprobt wurden hier die Bäume 1 bis 11, welche rot markiert sind. Das Luftbild wurde in tim-online erstellt.
Streuobstwiese Glehn Rotbach Ost: hier wurde der
Baum 13 beprobt und ist auf dem Luftbild rot markiert. Das Luftbild
wurde in tim-online erstellt.

Streuobstwiese
Glehner Mühlenberg: hier wurden die Apfelbäume 14 bis 21
beprobt, wobei Baum 15 in einem neuen Teil der Wiese steht. Baum 21
ist ein neu gepflanzter junger Hochstamm. Das Luftbild wurde in
tim-online erstellt.
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