Aufgepäppelt in die FreiheitVon Michael Thalken, 15.10.08, 18:02h 100 Obstwiesen im Kreis sind besichtigt und erfasst worden. Die „Gelbe Rennette“ und das „Rheinische Seidenhemdchen“ werden rekultiviert. Während einer Informationsveranstaltung der biologischen Sation und des LVR wurden auch Steinkäuze in ihr neues Heim auf der Streuobstwiese entlassen.MECHERNICH-LÜCKERATH - Schon immer herrschte auf einer Streuobstwiese große Artenvielfalt. Die beschränkt sich heute allerdings weit mehr auf die unterschiedlichen Akteure, die mit der Pflege dieser Flächen beschäftigt sind. So fanden sich denn gestern auch auf einer Obstbaumwiese in Lückerath nicht nur der Eigentümer Matthias Pünder, sondern auch Vertreter des Landschaftsverbands Rheinland (LVR), der Biologischen Station, des Eulenvereins, des Eifeler Obstwiesenvereins „Renette“ sowie der selbständige Baumpfleger Andreas Heisterkamp ein, um über Maßnahmen zum Erhalt der Obstbaumwiesen zu informieren. Verjüngt und gerettet „Wir haben kreisweit ungefähr 44 000 Obstbäume, die zu 80 Prozent älter als 60 bis 70 Jahre sind“, teilte Michael Schulze von der Biologischen Station mit. Um den Zustand der Bäume genauer zu erfassen, wurden 100 Obstwiesen im Kreis besichtigt und deren Zustand erfasst. „Jeder einzelne Baum wurde auf Alter und Zustand untersucht“, so seine Kollegin Heike Günther. Auf den ökologisch wertvollsten Wiesen seien sodann mit Geldern des LVR bislang bereits mehr als 60 überalterte und ungepflegte Bäume verjüngt und damit gerettet worden. Mit zum Programm gehörten auch fachlich hochkarätige Veredelungs- und Schnittkurse, an denen Interessierte teilnehmen konnten. Nach einem Aufruf in der Presse brachten Obstbaumbesitzer darüber hinaus Äpfel in die Biologische Station, die von Ursula Gehrke vom Verein „Renette“ bestimmt wurden, mit dem Ziel, lokale Sorten, wie beispielsweise die „Wachendorfer“ und „Gelbe Renette“, das „Rheinische Seidenhemdchen“, den „Eifeler Rambour“, den „Schick Johannes“ oder Birnen wie „Wolfs-“ und „Jufferbirne“ sowie die „Krekel“-Pflaume aufzufinden. Ein hochkarätiger Pomologe in Bielefeld nahm die exakte Bestimmung vor. Besonders in der Voreifel sind viele Obstsorten vom Aussterben bedroht. „Von den einst 1000 Apfelsorten in Deutschland gibt es heute im Supermarkt nur noch sechs bis sieben zu kaufen, die aber auf drei Grundformen zurückgehen“, so Ursula Gehrke. Eine erste große Sortenbereinigung habe im Dritten Reich stattgefunden. Nach dem Krieg habe die industrielle Landwirtschaft mit ihrem chemischen Dünger und ihren großen Platz fordernden Maschinen den Rest erledigt. „Nachdem viele der alten Sorten schließlich geschnitten und ausgelichtet sind, geht es in einem zweiten Schritt darum, Reiser zu gewinnen, die in die Baumschulen gehen, wo sie nach einer Virusüberprüfung auf Apfelstämme gepfropft werden“, so Schulze. Danach sollen die Jungbäume wieder angepflanzt werden. Auf dem Gelände von Matthias Pünder wurden bereits mehrere Nachwuchs-Bäumchen gesetzt. Die Hochstämme sind besonders für den Naturschutz von Belang. Denn in den „hohlraumtoleranten“ Bäumen findet nicht nur der Steinkauz ein Zuhause, sondern auch Singvögel, Fledermäuse, Schmetterlinge und andere Insekten fühlen sich dort wohl. Peter Josef Müller von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen hatte gestern einen kleinen Steinkauz mitgebracht, den er in einem sehr schlechten Zustand auf der Pünder-Wiese aufgefunden und wieder aufgepäppelt hatte. Das Tier wurde gestern zurück in die Freiheit entlassen. Müller hängt für die Tiere auch Röhren auf, versieht die Bäume mit Blechmanschetten, damit die Marder die Eier der Käuze nicht fressen. Im letzten Jahr war die Apfelernte übrigens eher mau. Gerade mal vier Tonnen kamen bei der „Renette“ zusammen, 2006 waren es 80 Tonnen. In diesem Jahr sieht es aber wieder besser aus. Bisher wurden bereits 40 Tonnen zu den Saftpressen gefahren, und die Ernte ist noch nicht zu Ende. Nur bei den Birnen sieht es schlecht aus. „Einzig bei Hamacher in Hostel fanden wir in diesem Jahr sechs Birnen“, so Heike Günther.
07.10.2008
06.10.2008 Alles drehte sich um den ApfelAlles drehte sich um den ApfelVon DAVID DREIMÜLLER, 06.10.08, 07:06h„Wir haben am Samstagabend die Zelte draußen aufgebaut - aber in der Nacht ist alles weggeflogen.“ Übel mitgespielt hatte das Wetter dem Verein Renette -...VOGELSANG. „Wir haben am Samstagabend die Zelte draußen aufgebaut - aber in der Nacht ist alles weggeflogen.“ Übel mitgespielt hatte das Wetter dem Verein Renette - Eifeler Obstwiesen und dessen Vorsitzendem Peter Voissel. Gestern richteten Voissel und seine Mitstreiter erstmals den Apfelaktionstag auf Vogelsang aus. Doch der Tag rund um den Apfel konnte nur in den Gebäuden stattfinden, da das herbstliche Wetter die geplante Ausstellung und Aktionen im Adlerhof nicht zuließ. Doch auch in den großen Räumen war es kein Problem, dass jeder Aussteller sein Plätzchen fand. „Hier steht der Apfel im Mittelpunkt“, erläuterte Voissel. Die Aussteller wollten den Besuchern zeigen, wie vielseitig die regionalen Äpfel sind. „Die Produkte der Eifel sollen wieder bekannter werden“, nannte Voissel die Intention der Veranstaltung. So konnte neben frisch und von Hand gepresstem Apfelsaft auch Apfelschnaps gekauft werden. Auch frisch gebackene Kuchen, Apfel-Brot, selbst geimkerter Honig oder fruchtige Gelees warteten auf die Besucher. „Es ist viel in dieser schnelllebigen Zeit verloren gegangen. Aber der Trend geht zu gesunder Nahrung. Die jungen Leute bücken sich wieder für einen Apfel“, berichtete der Vorsitzende von der veränderten Wahrnehmung des Obstes. Voissels Favorit ist der Berlepsch, den er als „saftig, knackig, nicht zu süß und mit dem höchsten Vitamin C-Gehalt“ beschreibt. Doch bot der Verein mehrere Dutzend Eifeler Apfelsorten - natürlich alle ungespritzt - zum Verkauf an, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. 50 der 120 Mitglieder des Vereins packten mit an, um den Apfelaktionstag zu einem gelungenen Event zu machen. Zudem stellten fünf Mitglieder des Vereins ihre Waren aus, darunter Dekoartikel wie selbstgenähte Kürbisse. Auch hatten sich die Mitglieder einige Highlights ausgedacht. So veranstaltete der Verein einen Apfelschäl-Wettbewerb. „Wer die längste Schale schafft, hat gewonnen“, erläuterte Voissel die Spielregeln. Mit 500 Besuchern rechnete Voissel im Laufe des Tages - „bei besserem Wetter wären sicherlich mehr gekommen“. Bereits zum sechsten Mal veranstalte der Verein den Aktionstag, er findet alle zwei Jahre statt. In den vergangenen Jahren hatte der Verein Renette den Apfelaktionstag in Glehn veranstaltet. Dafür musste, so Voissel, die große Scheune ausgeräumt werden. Vom „Umzug“ nach Vogelsang versprach sich der Verein auch weniger Arbeit. Auf Vogelsang sind Voissel und seine Renette-Kollegen gerne gesehen. „Wir haben direkt gedacht, dass der Aktionstag etwas für unseren Standort wäre. Das passt einfach“, berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang, Manfred Poth, von der ersten Reaktion auf die Renette-Anfrage: „Aber sie hätten besseres Wetter verdient gehabt.“ Den Erlös des Aktionstages spendetet der Verein Renette für Naturschutz-Projekte. | |
30.09.2008 Realschule ZülpichSternretten und Roten Kardinal geerntetErstellt 30.09.08, 17:18h Fünftklässler der Karl-von-Lutzenberger-Realschule ernteten mit dem Obstwiesenverein Renette Äpfel am Zülpicher Stadtrand.Gemeinsam mit dem Obstwiesenverein Renette ernteten die Fünftklässler Äpfel, aus denen anschließend Saft gemacht wurde. Gemeinsam mit dem Obstwiesenverein Renette ernteten die Fünftklässler Äpfel, aus denen anschließend Saft gemacht wurde. Zülpich - Statt mit Mathematik und Deutsch befassten sich die Schüler der Karl-von-Lutzenberger-Realschule kürzlich mit Sternretten und dem Roten Kardinal - Apfelsorten, die auf einer Obstwiese am Stadtrand von Zülpich wachsen. Gemeinsam mit dem Obstwiesenverein Renette ernteten die Fünftklässler Äpfel, aus denen anschließend Saft gemacht wurde. Die Früchte ihrer Arbeit wurden den Kinder dann später anteilig zur Verfügung gestellt. Bereits seit einigen Jahren betreut die Realschule die Obstwiese in Zülpich. Gemeinsam mit dem Verein Renette sichern die Schüler so den Bestand von alten, vom Aussterben bedrohten Apfelsorten. (ksta)
13.10.2002 - Aus 22 Tonnen Äpfeln werden 13000 Liter Saft gepresst VON MANFRED LANG, 13.10.02, 15:40h Der Obstwiesenverein "Renette" nahm am Mechernicher Bahnhof die Apfelernte 2002 an. Mechernich / Kreis Euskirchen - "Roter Kardinal" und "Sternrenette", "Jakob Lebel" und "Winterrambur" - ein buntes Gemisch aus roten, grünen und gelben Äpfeln fiel am Samstag vom Förderband am Mechernicher Güterbahnhof hinab in die bereitgestellten Lkw- und Traktoranhänger. Als der im Frühjahr gegründete neue Obstwiesenverein "Renette" am Nachmittag seine erste Apfelernten-Annahme schloss, da zeigte die Waage 22 Tonnen an. Ein gutes Ergebnis "Mit einem so quantitativ und qualitativ guten Ergebnis hatten wir nicht gerechnet", berichtete Vorsitzender Peter Voissel. Aus den Früchten sollen nun in der Obstkelterei Glos in Gelsdorf bei Meckenheim bis zum kommenden Wochenende gut 13 000 Liter naturtrüber Apfelsaft gepresst werden. Damit können knapp 18 000 Flaschen gefüllt werden. Die Äpfel - fast ausnahmslos Früchte von alten hochstämmigen Sorten aus den Streuobstgürteln der Dörfer im Kreis Euskirchen - wurden von 23 Bauern, Wiesen- und Weidenbesitzern angeliefert. Der Lieferant mit dem kleinsten Gebinde hatte keine zwei Zentner im Kofferraum, der größte Apfelproduzent brachte fünf Tonnen auf einem Traktoranhänger zur Annahme. Nur ein einziger musste von den Renette-Kontrolleuren gerügt werden, weil er ein paar Äpfel zu viel geladen hatte, die Faulstellen aufwiesen. Damit wären aber sowieso keine Geschäfte zu machen gewesen, denn die 18 ehrenamtlichen Helfer des knapp 60 Mitglieder zählenden Obstwiesenvereins sonderten die schadhaften Früchte an Sortierbändern aus. Gewogen und mit rund 17 Euro pro Doppelzentner vergütet wurde nur die Nettomenge an astreinem Obst. Sieben Anlieferer unterschrieben am Samstag an Ort und Stelle ihre Beitrittserklärung zu "Renette e.V.". Es wurde nämlich nur Obst von Vereinsangehörigen angenommen, die sich per Unterschrift allerdings auch dazu verpflichten mussten, ihre alten Obstbäume zu hegen, zu beschneiden und die Streuobstwiesen auf Dauer zu erhalten. Der Verein kontrolliert das nicht nur, sondern unterstützt seine Mitglieder auch mittels Pflanzgut und Schnittkursen. Wo der Apfelsaft (und bald auch die ersten Obstbrände) zu bekommen sind, erfährt man beim Vorsitzenden, 0 24 43 / 48 282, oder dessen Stellvertreterin Ruth Malangré-Jonas.
14.11.2002 - Verleihung Aachener Umweltpreis
27.03.2007 36000 Liter Apfelsaft Bilanz der Aktivitäten des Vereins "Renette - EifelerObstwiesen" präsentiert
Antweiler/Kalkar. Über ein arbeitsreiches Jahr berichteten die Verantwortlichen des Renette - Eifeler Obstwiesenvereins während der Mitgliederversammlung in der Umweltstation "Teichmannhaus" vor 37 Mitgliedern. In 2006 seien zahlreiche, gut besuchte Schnittkurse und ein ebenfalls stark frequentiertes Obstwiesenfest veranstaltet worden, obwohl mit der riesigen Obsternte viel Arbeit verbunden gewesen sei. Insgesamt seien 66 Tonnen Äpfel, Birnen, Mirabellen und Pflaumen geerntet, daraus 36000 Liter Apfelsaft gepresst sowie 11 Sorten Schnaps gebrannt und in 40000 beziehungsweise 1200 Flaschen abgefüllt worden. Dass ausschließlich ungespritztes Obst verarbeitet wurde, freut den gesundheitsbewussten Verbraucher. Profitieren würden auch Natur und Umwelt, weil die vom Verein gepflegten oder neu gepflanzten Hochstämme den Singvögeln zugute kämen. Die öffentliche Darstellung des Geleisteten müsse verbessert werden, wurde bei der Versammlung moniert: Dass der Renette-Verein sogar mit Schulklassen unterwegs gewesen sei und diese für den Obstbaumschnitt habe interessieren können, müsse auch im Hinblick auf künftige Umweltarbeit mehr publik gemacht werden. Zur Sprache kamen darüber hinaus die Kontrollen, die auch künftig dazu dienen werden, den guten Qualitätsstandard garantieren zu können. Geliefertes Obst werde auf Rückstände von Spritzmitteln kontrolliert. Ließen sich entgegen den Absprachen solche Mittel nachweisen, müsse der Lieferant für den dadurch entstandenen Schaden haften. Augenscheinlich schlechte Qualität werde ohnehin abgewiesen. (Kölner Rundschau)
Unsere Apfelernte 2002 |
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